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Fürchtet euch nicht! (Lk 12,7)

28 Woche im Jahreskreis Freitag Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas Lk 12, 1–7 In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, sodass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus begann zu sprechen, vor allem zu seinen Jüngern: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei! Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt...

Tagesimpuls
Oct 16, 20263 min read

8 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 12, 1–7

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, sodass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus begann zu sprechen, vor allem zu seinen Jüngern: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei!
Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, im Licht hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.
Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, danach aber nichts weiter tun können!
Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen! Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.
Verkauft man nicht fünf Spatzen für zwei Pfennige? Und doch ist nicht einer von ihnen vor Gott vergessen.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Tagesimpuls

Fürchtet euch nicht! (Lk 12,7)

Auf mich trifft alles zu, was Jesus hier sagt. Im ersten Teil warnt er vor der Heuchelei der Pharisäer. Diese ist im Deutschen sprichwörtlich geworden. Ein Pharisäer ist jemand, der etwas vorgibt zu sein, aber es in Wirklichkeit nicht ist. Wie sehr muss ich mich als Prediger dabei ertappen! Wie oft muss ich das Wort Gottes verkünden und ich weiß, dass ich dahinter zurückbleibe mit meinem Leben! Die Warnung, dass wir Christen nicht zu Pharisäern werden, müsste doch für alle Christen eine bleibende Mahnung sein.

Fürchtet euch nicht!

Wir sollen authentisch sein. Das, was wir nach außen vorgeben, soll dem Inneren entsprechen. Und um diese Entsprechung bemühen wir uns unser Leben lang. Wir werden immer mehr zu der Person, die wir in den Augen Gottes sind, zu der Gott uns geschaffen hat. Nur unter dem Blick Gottes können wir dazu werden, können wir ganz authentisch werden, ohne Maske, ohne Heuchelei.

Fürchtet euch nicht!

Dann kommt aber eine zweite Dimension hinzu! Wir sollen tatsächlich auch authentisch sein mit unserem Glauben an Jesus, wenn die Umgebung das nicht akzeptiert. Wir sollen bereit sein, gegen den Strom zu schwimmen, ohne Menschenfurcht. Das passt schon wieder zu mir, denn ich bin durchaus von Menschenfurcht geprägt. Ich möchte nicht der Außenseiter sein, der belächelt wird wegen seiner Ansichten. Und bin ich da nicht in Gefahr, meinen Glauben zu verleugnen? Bin ich nicht oft zu diplomatisch? Das diplomatische Verhalten lässt sich sehr gut rechtfertigen. Und es mag mitunter auch angebracht sein. Aber unser Bemühen muss es sein, authentisch zu sein, nicht aus Menschenfurcht zu schweigen oder unangenehme Themen zu vermeiden. Ich kann wohl bezeugen, dass es immer sehr gut verlaufen ist, wenn ich über meinen Schatten gesprungen und auch unangenehme Themen nicht verleugnet habe. Ich selbst fühlte mich dadurch viel freier, und die Reaktion war meistens sehr positiv. Wir kamen in gute Gespräche, ganz anders, als ich befürchtet hatte.

Gebet:

Jesus, du hilfst uns, authentische Menschen zu werden, Zeugen deiner Liebe. Bewahre uns vor Heuchelei und vor Menschenfurcht. Hilf uns, das zu leben, wovon wir überzeugt sind, und das auch zu bezeugen vor den Menschen.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

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