O ihr Pharisäer! (Lk 11,39)
28 Woche im Jahreskreis Dienstag Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas Lk 11, 37–41 In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus ein, bei ihm zu essen. Jesus ging zu ihm und begab sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. Da sagte der...
8 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 11, 37–41
In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus ein, bei ihm zu essen. Jesus ging zu ihm und begab sich zu Tisch.
Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.
Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raffsucht und Bosheit.
Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
Gebt lieber als Almosen, was ihr habt; und siehe, alles ist für euch rein.
Tagesimpuls
O ihr Pharisäer! (Lk 11,39)
Die Pharisäer praktizieren ihre Religion, die aus Regelbefolgung besteht. Sie glauben, Gott will das so. Damit machen sie sich ein kleinkariertes Bild von Gott. Aber so ist Gott nicht. Jesus will, dass die Menschen an ihn glauben. Das ist die Gottesbeziehung, das ist die Religion, die Gott will. Es ist, als wollte Jesus den Pharisäern sagen: „Es könnte so schön sein, und ihr macht es euch so schwer.“
O ihr Pharisäer!
Oder ist die Regelbefolgung vielleicht leichter? Ich denke an eine fiktive Person, die zu sich selbst sagt: „Wenn ich morgens mein Vater unser gebetet habe, dann bin ich ein guter Christ. Dann habe ich es für den Tag schon wieder geschafft. Danach soll Gott mich dann auch für den ganzen Tag in Ruhe lassen, denn ich habe meine Pflicht getan.“ So kann religiöse Pflichterfüllung sogar eine Art Ersatz werden für die persönliche Beziehung zu Gott, auf die man sich nicht einlassen will.
O ihr Pharisäer!
Eine persönliche Beziehung zu Jesus ist das Schönste und Erfüllendste, was man im Leben geschenkt bekommen kann. Aber in mancher Hinsicht ist es für einige vielleicht wirklich leichter, sich am altgewohnten Bekannten festzuklammern. Dabei bleibt man in alten Sünden stecken, weil man die erlösende Liebe des Lammes Gottes, das die Sünden hinwegnimmt, nicht in sein Leben aufnimmt. Man befolgt ja Regeln und Gebote und redet sich ein, dass das göttlich sei. Wahrhaft göttlich ist dagegen nur der Sohn Gottes, der uns ewiges Leben schenken will.
O ihr Pharisäer!
Dann gibt es noch die Gruppe, in der beides vorhanden ist. Dazu gehören wahrscheinlich die meisten. Wir kennen die heilbringende persönliche Beziehung zu Jesus, aber unser Leben ist noch nicht ganz davon durchdrungen. Es gibt Zeiten oder Bereiche, wo wir nicht an Jesus denken oder bei ihm Erfüllung suchen. Das ist der Grund, warum Paulus sagt, wir sollen ohne Unterlass beten. Wir brauchen die Jesus-Beziehung 24/7. Sonst fallen wir in alte Sünden zurück.
O ihr Pharisäer!
Ein letzter Satz zu den Regeln: Befolgen wir Christen keine Regeln? Doch! Wir brauchen Regeln! Z.B. schaue ich mir keine Pornonographie an oder mache keine schmutzigen Witze! Oder ich bete vor dem Essen. Oder wir erfüllen die Regeln, ohne die eine Gemeinschaft nicht leben kann, z.B. die Verkehrsregeln. Wir Christen haben genauso Regeln wie alle anderen auch. Aber das ist nicht unsere Religion. Das ist unser normales moralisches Leben. Unsere Religion ist die Liebe zu Jesus, die möglichst 24/7 Beziehung zu ihm, das was Paulus meint mit „Betet ohne Unterlass!“
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass wir in dir so eine schöne und erfüllende Religion haben. Ich bitte dich um Verzeihung, wenn ich manchmal in alte Muster falle und dich vergesse. Bitte hilf mir, ohne Unterlass zu beten. Solange mir das noch nicht gelingt, lass mich regelmäßig am Tag immer wieder zu dir zurückkommen.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
Fax 02456 – 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
www.kirche-selfkant.de
Did you enjoy this article?
Recommend it — Standard Reader surfaces well-loved writing to more readers across the network.