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Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. (Mt 22,1)

28 Sonntag im Jahreskreis Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 22, 1–14 In jener Zeit erzählte Jesus den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu...

Tagesimpuls
Oct 10, 20264 min read

8 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 22, 1–14

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.
Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.
Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!
Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig.
Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!
Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte.
Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm.
Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.

Tagesimpuls

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. (Mt 22,1)

Gott ist der König, Jesus ist der Sohn der heiratet. Wir sind die Braut, die er heiraten will. Im Gleichnis sind wir natürlich auch die Gäste, die zur Hochzeit eingeladen sind. Aber wir dürfen das Gleichnis doch auch auf die Kirche als Braut übertragen. An anderen Stellen in der Heiligen Schrift wird sehr deutlich gesagt, dass Jesus der Bräutigam und die Kirche die Braut ist. Jesus liebt uns, seine Braut, er will sich mit uns vermählen, er will mit uns in der intensivsten Form verbunden sein, die möglich ist. Die intensivste Form, die wir hier auf der Erde kennen, ist die Ehe. Und genauso oder noch mehr will Jesus in seiner Liebe mit uns verbunden sein. Er lädt uns also ein zu einer Liebesbeziehung, die größer, tiefer und intensiver nicht sein könnte.

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

Diese Verbundenheit in der Liebe hat zwei Dimensionen, eine leibliche und eine geistige. Die leibliche Dimension wird im Gleichnis ausgedrückt durch die Tatsache, dass alle eingeladen werden, dass alle erscheinen sollen. Wer nicht leibhaftig dahin geht, nimmt nicht an dieser wunderbaren Hochzeit teil. Daher kann man sagen, dass die Menschen, die von sich sagen, dass sie Christen wären, aber keine Beziehung zur Kirche suchen, wahrscheinlich die riesengroße Freude, die Jesus uns in dieser liebenden Verbundenheit schenken will, gar nicht kennen. Sie meinen, Christen zu sein, nehmen aber nicht am Hochzeitsmahl teil. Eine rein geistige Verbundenheit (wenn sie die denn hätten) ist weit entfernt von der Freude, die uns beim Hochzeitsmahl wirklich geschenkt werden soll.

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

Dann gibt es die geistige Dimension. Sie wird im Gleichnis ausgedrückt durch das Gewand. Nachdem im ersten Teil sehr stark betont wird, wie wichtig es ist, dass alle kommen – „Gute und Böse“ wird ausdrücklich gesagt – wird im zweiten Teil betont, dass reine körperliche Anwesenheit eben doch nicht alles ist. Das Herz muss auch dabei sein. Die Heirat muss aus Liebe geschehen, wenn wir die Freude des Hochzeitsmahls erleben wollen.

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

Also: Wer ab und zu an Jesus denkt und deswegen meint, er sei schon Christ, hat Christsein noch nicht erlebt, er kennt es einfach noch nicht. Wer dagegen die Sakramente regelmäßig empfängt und meint, er sei schon Christ, hat es auch noch nicht wirklich kennengelernt. Da passt ein lustiges Sprichwort: „Man wird nicht zum Christ, allein weil man in die Kirche geht. Man wird auch kein Auto, nur weil man in eine Garage geht.“ Zum Christsein gehört auch das richtige Gewand, und das ist die Herzenseinstellung, die persönliche Beziehung zu Jesus, der persönliche Glaube. Es sollen alle kommen, es sollen alle dabei sein und mitmachen, sie sollen aber auch mit dem Herzen Jesus lieben. Nur so kann die Hochzeit gelingen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich zur höchsten Form der Liebe einlädst. Dazu hast du uns Menschen geschaffen. Bitte verzeih mir, dass ich so oft weglaufe, äußerlich, wenn ich nicht im richtigen Moment am richteigen Ort bin, aber auch innerlich, wenn ich zwar am richtigen Ort bin, aber nicht mit dem Herzen dabei. Hilf mir, dass die positiven Zeiten immer mehr werden, und dass ich mich immer mehr auf deine Liebe einlasen kann.

Pastor Roland Bohnen

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