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Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. (Lk 11,5)

27 Woche im Jahreskreis Donnerstag Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas Lk 11, 5–13 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und...

Tagesimpuls
Oct 8, 20264 min read

7 Woche im Jahreskreis Donnerstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 11, 5–13

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?
Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.
Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet.
Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Oder welcher Vater unter euch, den der Sohn um einen Fisch bittet, gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?
Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Tagesimpuls

Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. (Lk 11,5)

Hier sagt Jesus, dass das Gebet eine sichere Wirksamkeit hat. Die Wirksamkeit ist nicht so sehr an Umstände oder an Motivation gebunden. Wir müssen es also nicht kompliziert machen. Wir müssen nicht erst ganz besondere Bedingungen erfüllen. Gebet hilft immer!

Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Nun gibt es immer wieder Erfahrungen, die dagegen zu sprechen scheinen. Ich meine, dass ein großes Hindernis für uns eine Art „Alles-oder-Nichts-Denken“ ist. In diesem Denken kennt man nur „Entweder – Oder“. Entweder das Gebet wurde erhört oder es wurde nicht erhört. Müsste man nicht dagegen eher eine Vorstellung von Wachstum haben? Dann würde man sagen: „Ich habe mehr Gnade empfangen“, „durch das Gebet ist es schon besser geworden“. Durch das Gebet gehen wir in jedem Fall immer in die richtige Richtung, auch wenn wir noch nicht am Ziel angekommen sind. Wenn jemand sagen würde: „ich gehe zu Fuß nach Santiago de Compostela“, und am nächsten Tag sieht man, dass er die erste Etappe zurückgelegt hat. Dann würden wir im nicht widersprechen und sagen: „ich stelle fest, du bist gar nicht in Santiago, also ist es falsch, was du gesagt hast!“ Doch, er geht nach Santiago, auch wenn er noch nicht angekommen ist. So ist jedes Gebet ein Schritt auf dem richtigen Weg, auch wenn man noch nicht am Ziel ist.

Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Dann gibt es noch einen anderen Punkt, der aber für die meisten Christen sehr klar ist. Jesus spricht von guten Sachen, die die Väter ihren Kindern geben. Und Gott gibt auf jeden Fall immer seinen Heiligen Geist. Beim Gebet kann es also immer nur um gute Sachen gehen, z.B. Heilung von Krankheiten oder Versöhnung oder materielle Versorgung, und vor allem natürlich Wachstum in Glaube, Hoffnung und Liebe.

Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Was man nicht unterschätzen darf, ist eine gewisse menschliche Mitwirkung. Wenn man z.B. Vereinbarungen zum Bösen geschlossen hat, dann hat der Teufel Anrechte, die er zu Recht nicht aufgibt. Dann muss man erst bereuen und beichten, damit die Gnaden nicht blockiert sind. Man kann sogar solche Vereinbarungen im Namen seiner Familie widerrufen, damit keine negativen Bindungen auf der Familie lasten. Diese negativen Bindungen können das Fließen der Gnade blockieren, weil der Mensch das selbst gewählt hatte, und dagegen verstößt Gott nicht.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du unsere Gebete immer erhörst. Vor allem will ich ständig um den Heiligen Geist bitten mit den Worten: Komm, Heiliger Geist!“ Bitte zeige mir, was ich beichten und wo ich Bindungen widersagen soll, damit deine Gnaden noch besser fließen können.

Pastor Roland Bohnen

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