Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. (Lk 9,57)
26 Woche im Jahreskreis Mittwoch Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas Lk 9, 57–62 In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg nach Jerusalem weiterzogen, sagte ein Mann zu Jesus: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der...
6 Woche im Jahreskreis Mittwoch
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 9, 57–62
In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg nach Jerusalem weiterzogen, sagte ein Mann zu Jesus: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben!
Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen, die in meinem Hause sind.
Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.
Tagesimpuls
Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. (Lk 9,57)
Es ist interessant. Bei jedem ist es etwas anders. Der Eine will Jesus bedingungslos nachfolgen, der Andere wird von Jesus gerufen, und der Dritte will Jesus mit einer Bedingung nachfolgen. Ich vermute, dass es drei Typen von Menschen sind. Der Erste ist sehr begeistert, und dem muss Jesus die Konsequenzen erläutern, weil er sie in seiner Emotionalität zunächst gar nicht sehen kann. Der Zweite wird von Jesus gerufen, aber er zögert. Das kennen wohl auch sehr viele Menschen. Vor allem haben wir immer wieder scheinbar Wichtigeres zu tun. Beim Dritten ist es so, dass er von sich aus Jesus nachfolgen will, aber auch er setzt Jesus dann nicht an die erste Stelle. Auch für ihn gibt es noch wichtigere Angelegenheiten, wie hier die Familie.
Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
Was die Anhänglichkeit an die Familie betrifft, so hat sich Jesus mehrfach ungewöhnlich hart ausgedrückt. Wir sollen ihn mehr lieben als unsere Familie. Gegenüber Maria sagt er, dass diejenigen seine Familie sind, die das Wort Gottes hören und befolgen. Und auch heute macht er deutlich, dass die Familie uns nicht an der Nachfolge Jesu hindern darf.
Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
Wenn ich Menschen anderen Glaubens betrachte, die sich entschließen, Jesus zu folgen, dann wird mir klar, warum Jesus so redet. Diese Menschen erleben mitunter einen sehr großen Druck von der Familie, die sie an der Nachfolge Jesu hindern will, teils sogar mit Gewalt. Aber nicht nur für Menschen, die sich von einer anderen Religion zu Jesus bekehren, kann die Familie ein Stolperstein werden. Wie viele Katholiken lassen sich auch von der Familie hindern, z.B. die Heilige Messe mitzufeiern? Gerade weil die Familie so einen hohen Wert darstellt, ist es hier besonders schwierig, die Prioritäten zu unterscheiden. Wir müssen Jesus glauben, dass er uns nicht im Stich lässt, wenn wir ihn an die erste Stelle setzen.
Gebet:
Jesus, ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Vielleicht bin ich zu begeistert, dass du mich auf die Konsequenzen aufmerksam machen musst. Ich bin mir bewusst, dass auch ich dich nicht immer an die erste Stelle gesetzt habe. Bitte verzeih mir, wenn ich mich an andere Dinge gebunden fühle. Bitte verzeih mir, wenn die Familie mir manchmal wichtiger gewesen ist.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 – 3627
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