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Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen. (Lk 9,47)

26 Woche im Jahreskreis Montag Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas Lk 9, 46–50 In jener Zeit kam unter den Jüngern der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte sei. Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind in meinem...

Tagesimpuls
Sep 28, 20263 min read

6 Woche im Jahreskreis Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 9, 46–50

In jener Zeit kam unter den Jüngern der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte sei.
Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß.
Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen nachfolgt.
Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.

Tagesimpuls

Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen. (Lk 9,47)

Von manchen Heiligen, wie z.B. Pater Pio, wird berichtet, dass sie die Gedanken in den Herzen der Menschen erkennen konnten. Das ist ein Aspekt des prophetischen Charismas. Jesus erkennt Gedanken in den Herzen der Menschen. In den Jüngern kommt die Frage auf, wer größer ist. Das hat auch mit Macht zu tun. Jesus erklärt daraufhin, dass wahre Größe darin besteht, wenn man es schafft, einen ganz Kleinen ganz groß zu machen.

Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen.

Ich denke an einen guten Freund, der mit einer Gruppe von Jugendlichen Volleyball gespielt hat. Immer, wenn er eine gute Chance hatte, spielte er den Ball zu einem Mitspieler und setzte ihn in Szene. Er wollte den Jugendlichen Chancen geben, dass sie ein gutes Gefühl und Selbstbewusstsein bekommen.

Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen.

Wir haben als Jünger Jesu teils sehr unterschiedliche Charismen. Die meisten finden ihr eigenes Charisma sehr wichtig und wollen sich damit irgendwie durchsetzen. Sie sind verletzt, wenn man ihnen nicht die Wichtigkeit zuerkennt. Manchmal gibt es sogar derartige Konkurrenzkämpfe, das die eine Gruppe die Charismen der anderen am liebsten unterdrücken würde. Ich sage ein gewagtes Beispiel: wir sind böse auf die Pius-Bruderschaft, weil sie dem Papst nicht nachfolgt.

Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen.

Jesus will nicht, dass wir irgendetwas unterdrücken, weil es nicht so ist, wie wir es für richtig halten. Wir sollen die Charismen der anderen wertschätzen. Natürlich haben die anderen Fehler, aber die haben wir auch. Und wir sind doch froh, wenn trotz unserer Fehler der Wert unseres eigenen Anliegens von anderen gesehen und wertgeschätzt wird. Ich glaube, dass es nur ganz selten in der Kirche etwas gibt, was wir wirklich nicht dulden dürfen, z.B. sexuellen Missbrauch. Wir sind als Jünger Jesu nicht dafür da, andere Christen zu bekämpfen, sondern sie zu ermutigen.

Jesus sah den Gedanken in ihren Herzen.

Wenn wir Jesus ernst nehmen, dann dürfen wir nicht einmal denken, dass wir wichtiger oder besser wären als die anderen. Jeder ist ein Teil des Ganzen, jeder hat Fehler, aber jeder hat auch seine Stärken. Und die sollen wir beim anderen sehen und fördern.

Gebet:

Jesus, ich ärgere mich manchmal über deine Jünger, weil sie anders sind und anderes wichtig finden, und weil sie mich in meinen Charismen nicht sehen und nicht wertschätzen. Hilf mir demütig zu sein und die Gaben der anderen zu fördern. Und was meine eigenen Gaben betrifft, da will ich ganz auf dich vertrauen.

Pastor Roland Bohnen

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