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My9Albums: Welche Musik hat uns geprägt?

Derzeit macht eine Aktion die Runde, die My9Albums heißt. Im Prinzip geht es darum, dass man zeigt, welche Musik einen geprägt haben soll. Und ich als Musik-Kasper habe da einfach mal mitgemacht. Jetzt könnte man denken: Orrr, der Uhle muss auch jeden Scheiß mitmachen. Aber ich halte die ganze Geschichte echt für eine gute Sache....

Henning Uhle
Oct 8, 20264 min read

erzeit macht eine Aktion die Runde, die My9Albums heißt. Im Prinzip geht es darum, dass man zeigt, welche Musik einen geprägt haben soll. Und ich als Musik-Kasper habe da einfach mal mitgemacht. Jetzt könnte man denken: Orrr, der Uhle muss auch jeden Scheiß mitmachen. Aber ich halte die ganze Geschichte echt für eine gute Sache. Wer weiß, vielleicht kommen ja Teenager oder so auf die Idee, mal die Musik der älteren Semester anzuhören. Und selbst wenn nicht: Es ist immer gut, sich über Musik auszutauschen.

My9Albums: Wie geht das denn?

Ein Bekannter hat mich neulich darauf angesprochen, dass es das gibt. Es gibt auf Social Media auch den entsprechenden Hashtag. Und wie jetzt weiter? Naja, es gibt da diese Webseite. Dort kann ich mir ein Poster zusammenklicken, indem ich beim Klick auf „Choose album“ eine Suchmaske bekomme und darin einfach mal zu tippen anfange. Die Alben, die ich bei My9Albums ausgewählt habe, hat die Suche allesamt gefunden. Und das war dann schon überraschend. Es sind diese:

My9Albums-Poster

Warum sind es diese Alben?

Jaja, ich hätte die Alben noch sortieren können, vielleicht sogar sollen. Aber ich finde, das muss gar nicht sein. In meinem Fall würde ich sie sogar irgendwie als gleichwertig ansehen. Und warum es diese 9 sind, will ich euch mal kurz umreißen.

  • Oxygene – Jean-Michel Jarre: Für mich ist dieses Album immer wieder eine Offenbarung. Rund 40 Minuten Klangwelten. Damit hatte der Franzose mich als Kind musikalisch gekidnappt.
  • Sugar Tax – OMD: Für mich eins DER prägendsten Alben dern Anfang-Neunziger. Ich schrieb ausführlich darüber.
  • Disintegration – The Cure: „I think it’s dark and it looks like rain“, you said. Es war eins der ersten Alben, die ich mir von „Westgeld“ gekauft hatte. Und es macht mich bis heute fertig. Ja, ich habe auch darüber geschrieben.
  • Albedo 0.39 – Vangelis: Auch so ein Ding wie oben „Oxygene“. Bis heute liebe ich „Pulstar“ und „Alpha“. Fliegen wir in den Weltraum und sehen uns an, wie schön unsere Erde die Strahlen der Sonne reflektiert.
  • Black Celebration – Depeche Mode: Ja, KEIN „Violator“. Ich liebe diese Atmosphäre des Albums. Nichts von „Schmohd“ hat mich mehr geprägt als dieses spezielle Album. Lest einfach mal hier nach.
  • Schlaraffenberg – Karussell: Meine Kindheit in der DDR wurde sehr durch dieses Album geprägt. Was für ein bitterböses Album!
  • Thinking About Myself – Cosmic Baby: Trance hat mich seit den Neunzigern als Musiker geprägt. Wer aus der Clubszene kennt nicht „Loops Of Infinity“?
  • Darkness On The Edge Of Town – Bruce Springsteen: Sag ihr, es ist dunkel draußen am Rande der Stadt. Irgendwann wurde ich auf diese Platte vom Boss aufmerksam. Ich schlucke jedes Mal, wenn ich sie höre.
  • Karat – Karat: Das erste Album, das ich in meinem Leben bewusst gehört habe. Ob es der „König der Welt“ ist oder die „Märchenzeit“, ich habe immer diese kleinen Geschichten auf dem Album extrem geliebt.

Was hören denn andere so?

Also erstmal ist es so,. dass es auch „My9Films“ gibt. Aber bleiben wir mal bei der Musik. Ich hätte noch zig Alben mehr aufzählen können. Wie hier beim Happy Buddha, bei dessen My9Albums ich hier und da ein „Hach ja“ im Geist hatte. Beim Dirk sind ein paar Alben, die man sich vielleicht mal reinziehen könnte. Auch der Konstantin hat ein paar echte Leckerbissen aufgeführt. Und auf Social Media findet ihr noch unzählige weitere Auflistungen zu My9Albums.

Musik hat immer etwas mit individuellem Geschmack zu tun. Es gibt sicherlich keine Auflistung, die exakt in der Form noch bei einer zweiten Person so vorkommt. Bei mir ist das mit My9Albums so, dass es Alben sind, die mich ohne Vorwarnung am Schlawittchen gepackt haben. Wenn Reinhard Huth auf „Schlaraffenberg“ singt „Flimmertheater, Mutter und Vater haben kein Wort, sitzen im Sessel beim Bunten Kessel, mich treibt es fort“, beschreibt es exakt den Samstagabend in der DDR.

So könnte ich endlos weiterschreiben. Es sind auch Alben, auf denen es für mich kein Füllmaterial gibt. Selbst „New Dress“, die Peinlichkeit auf „Black Celebration“ ist exakt so genau richtig dort aufgehoben. Feiern wir die Musik, die dazu beigetragen hat, dass wir so sind, wie wir sind. Meine Auswahl von My9Albums trage ich immer im Herzen. Und um die Sache rund zu machen, möchte ich mit dem Zitat aus der „Abendstimmung“ von Karat schließen:

Und mit den Wolken ziehen wir dann
auf Silberschwingen durch die Nacht.
Seh’n uns die Erde schwerelos an,
bis sie uns wieder nüchtern macht.

Karat - Abendstimmung (DDR 1978)
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