Uhle-KI: Was mein Distributor zu erkennen glaubt
Was macht ein Musik-Distributor, dessen Bots besoffen sind? Er verlässt sich dann auf sie. In der Konsequenz arbeite ich nun also als Uhle-KI. Leute, ich muss euch etwas gestehen: Ich bin aufgeflogen. Leider bin ich kein Mensch, sondern ein Prompt. Zumindest, wenn es nach Ditto Music geht. Ja, ich dachte, ich hätte das ganze Theater...
as macht ein Musik-Distributor, dessen Bots besoffen sind? Er verlässt sich dann auf sie. In der Konsequenz arbeite ich nun also als Uhle-KI. Leute, ich muss euch etwas gestehen: Ich bin aufgeflogen. Leider bin ich kein Mensch, sondern ein Prompt. Zumindest, wenn es nach Ditto Music geht. Ja, ich dachte, ich hätte das ganze Theater überwunden, was ich mit ihnen hatte. Aber jetzt hauen sie mal wieder einen raus. Und weil es schon einigermaßen grotesk ist, muss ich euch davon erzählen.
Von der Uhle-KI erstellt
Am 13. November soll meine EP „Secret Society“ in die Streaming-Dienste kommen. Beziehungsweise: Sie ist schon dort, geht aber dann erst online. Nachdem ich weiß, dass dabei alles glatt gegangen ist, wollte ich die 4 Tracks für Publishing-Rechte anmelden. Das mache ich, seitdem ich das mal herausgefunden habe, dass das Ditto Music anbietet. Ich denke, ich sehe nicht recht, als mich diese Meldung angrinste:
Vollständig KI-generierte Musik kann nicht für das Publishing registriert werden.
Wollt ihr mich auf den Arm nehmen? Ich hätte es ja verstanden, wenn es um ein Sample hier und da ging. Aber jetzt bin ich halt die Uhle-KI. Der Witz ist: In „Secret Society“ hört ihr mich reden. Nennt es „Spoken Word“, da es eben nichts mit Rappen zu tun hat. Text und Komposition sind komplett von mir, zur Unterstützung habe ich ein Sample namens „14.Vocal Chop Loop Key B minor 138bpm.wav“ von HighLife Samples verwendet, das ich sogar verwenden darf.
Mit anderen Worten: KI ist da nichts, niente, nada. Und dann schreibst du den Support-Bot von Ditto an. Und der kommt dir mit: Weis uns das doch erstmal nach. Ihr könnt euch das vielleicht nicht vorstellen, aber das habe ich sogar gemacht. Ich habe euch mal beispielhaft von der kürzeren Version der Nummer die Lizenzdokumentation eingebettet. Es ist exakt das, wonach der Support gefragt hat. Und jetzt? Was ist denn jetzt KI daran?
Was ein Distributor alles tut…
Es hatte sich dann eine Victoria vom „Content-Team“ gemeldet. Mit Smiley, sonst ist es ja nicht echt, nicht wahr? Jedenfalls erzählen die Textbausteine – und nichts anderes war das – folgendes:
Ich verstehe, wie wichtig Ihnen das ist.
Unsere Überprüfung basiert auf einer Kombination aus automatisierten und manuellen Prüfungen gemäß den Plattformrichtlinien und unseren eigenen internen Richtlinien.
Wenn Sie glauben, dass Ihre Veröffentlichung falsch eingestuft wurde, können Sie Nachweise einreichen, dass Sie den Inhalt selbst erstellt haben.
Bitte stellen Sie Folgendes bereit:
- Links zu Ihrer verifizierten Künstlerpräsenz, wie aktive Social-Media-Profile, Live-Aufnahmen oder Presseberichte.
- Nachweise Ihres Produktionsprozesses, wie DAW-Projektdateien (Ableton, Logic Pro, Pro Tools usw.), rohe Demoaufnahmen oder Videos, die die Entstehung des Tracks zeigen.
Nach Erhalt werden wir die Informationen prüfen und die Veröffentlichung neu bewerten.
Wir freuen uns auf Ihre Antwort
Ach, und noch ein Smiley, denn sie sind ja die „Bros“. Ditto Music hat selbst meine Künstlerprofile bei Spotify, Apple Music, Deezer, Audiomack und u.a. Amazon Music eingerichtet. SoundCloud stammt ja noch von mir, bevor ich das mit Ditto gemacht hatte. Dazu musste ich eine Webseite angeben, als ich mich als Künstler eingerichtet hatte. Die Webseite ist diese, also wissen sie auch von meinen Social Media Profilen.
Es gibt von mir keine Presseberichte. Wer soll über so eine Null wie mich berichten? Den Produktionsprozess habe ich ja mit dem PDF nachgewiesen. Kann mir mal jemand erklären, was der Laden jetzt genau von mir will? Jedenfalls stellen sie sich seit Freitag tot und reagieren auch nicht auf Nachfragen. Welchen Eindruck soll ich denn da bekommen?
Ich kann andere verstehen…
Der Marcel hatte im Mai verkündet, dass er wegen all des KI-Klamauks all seine Musik von den Streaming-Plattformen entfernt hatte. Wenn ich so dieses Theater sehe, was alle paar Monate Ditto Music veranstaltet, weil sie ihre Bots nicht im Griff haben, kann ich das absolut nachvollziehen. Er lädt nun seine Musik auf seine Webseite hoch. Das sieht dann so aus und hört sich so an. Kann man machen, es spricht nichts dagegen.
Ich bin aber in meiner Ehre gekränkt. Ich bin doch nicht die Uhle-KI. Was bildet sich Ditto Music eigentlich ein? Wir sind mal wieder an einem Punkt angekommen, wo es mir eigentlich nur ums Prinzip geht. Ich meine, es ist meine Musik, in diesem Fall sogar meine Texte, es ist meine Produktion. Und die Bots nennen das „vollständig KI-generiert“? Ist es da ein Wunder, dass ich da ein wenig gereizt bin und mich als Uhle-KI bezeichne?
In der Konsequenz bedeutet das doch, dass ich nach unserem in Kürze anstehenden Urlaub erstmal weiter beim BandCamp Musik zur Verfügung stellen werde. Meine Veröffentlichungen dort wurden insgesamt lächerliche 88 mal gehört, davon 21 mal komplett. Es interessiert ja niemanden. Also kann ich dort weiter machen, was ich will, so lang ich Gesetze einhalte. Daher gibt es auch meine „Cascade LP“ auch wieder dort.
Jedenfalls ist in so einer Situation diese so genannte Künstliche Intelligenz – oder was auch immer diese Bots darstellen wollen – einfach nur die Pest. Ich habe keine Ahnung, was die da automatisiert erkannt haben wollen. Mit mir redet ja niemand. Und so muss ich mir genau angucken, was da Ditto Music weiter treibt. Mich würde mal interessieren, wer hier mitliest und selbst Musik macht und diese über solche Distributoren verteilt: Was erlebt ihr denn so lustiges? Es kann doch nicht sein, dass nur ich solche Tänze und dann nur mit Ditto Music habe. Haut es mir in die Kommentare, wenn ihr wollt.
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