Twitter-Alternativen: Sie sind auch nicht das Wahre
Ich habe gut Reden. Oftmals habe ich über Elon Musks Laden geschimpft, nur um dann die Twitter-Alternativen Mastodon und Bluesky zu loben. Was ist denn nun so zu erzählen, nachdem ich schon länger von Twitter weg bin? Was habe ich denn gelernt, wenn ich stattdessen Mastodon - oder überhaupt das Fediverse - und Bluesky nutze?...
ch habe gut Reden. Oftmals habe ich über Elon Musks Laden geschimpft, nur um dann die Twitter-Alternativen Mastodon und Bluesky zu loben. Was ist denn nun so zu erzählen, nachdem ich schon länger von Twitter weg bin? Was habe ich denn gelernt, wenn ich stattdessen Mastodon – oder überhaupt das Fediverse – und Bluesky nutze? Und – ja doch – was hat das überhaupt mit der Überschrift zu tun? Will ich vielleicht wieder zurück in den X-Laden? Bin ich noch ganz bei Trost?
Bluesky und Mastodon: Sind das überhaupt Twitter-Alternativen?
Es ist immer schön einfach, irgendwas zu behaupten. Natürlich kannst du Mastodon nicht so wirklich als eine der Twitter-Alternativen ansehen, wenn du es ernst meinst. Es ist halt ein Dienst innerhalb des Fediverse. Das ist dann quasi ein Paralleluniversum zu dem, was die Welt landläufig als Social Media bezeichnet. Und wenn du Meta nimmst, dann ist die Parallele – zwar hanebüchen an den Haaren herbeigezogen – folgende:
- Meta: Facebook | Instagram | Threads
- Fediverse: Friendica und andere | Pixelfed | Mastodon
Ja, wie gesagt, es ist an den Haaren herbeigezogen. Und ich weiß, dass die erhobenen Zeigefinger da wieder in heftiges Stirnrunzeln verfallen. Ich wollte es halt irgendwie anschaulich machen für Leute, die mit dem Fediverse so gar nichts am Hut haben. Wie willst du das denn am besten machen? Also weiter im Text.
So, Bluesky: Das zersplittert ja gerade. Ob das verschiedene Instanzen sind oder nicht, weiß ich nicht. Gegründet vom „Twitter-Erfinder“, sieht das so ähnlich aus und funktioniert auch irgendwie so. Und wer dort ist und nicht auf X, dem wird bescheinigt, schon mehr bei Trost zu sein. Man hat aber bei den erhobenen Zeigefingern nach wie vor nicht alle Tassen im Schrank, wenn man lieber dort statt im Fediverse herumturnt.
So, was machen wir jetzt damit? Bluesky und Mastodon sehen zwar aus wie Twitter-Alternativen. Aber speziell Mastodon ist es nicht. Und in der Bewertung des Beitrostseiens schneiden Mastodon-Nutzende natürlich immer besser ab als jene von Bluesky. Und Twitter? Das existiert ja trotzdem. Davon kann man jetzt halten, was man will, es ist halt so. Während Bluesky und Mastodon sich den Pelz der Twitter-Alternativen angezogen haben, wuchs dem Original halt ein neuer.
Aber isses das jetzt?
Ich tue mich echt schwer. Meinen Twitter-Account gibt es schon lang nicht mehr. Ich habe mich darin gesonnt, auf die gute Seite zu wechseln, als ich vom Fediverse und speziell von Mastodon erfuhr. Und Bluesky war für mich lange Zeit einfach nur „dabei“, ich nutze es allerdings jetzt als Erholungsort von dem Geschrei auf Mastodon. Aber irgendwie fühlt sich beides nicht wirklich richtig an. Mastodon ob der erhobenen Zeigefinger noch weniger als Bluesky.
Horst meint da so, dass man da auch genauso gut zu X zurückkehren könnte. Die Frage, die ich mir eher stelle ist: Was will ich denn überhaupt noch mit dem ganzen Zinnober? Meine Mastodon-Pause hält derzeit an. Ich fühle es nach wie vor nicht, dort wieder nachzusehen. Aber wenn ich ehrlich bin, geht es mir fast genau so mit Bluesky. Dieses komische Gefühl des „Wovon erzählen die da?“ beschäftigt mich schon einigermaßen.
Wenn ich hier im Desasterkreis davon lese, dass es auf X / Twitter nach wie vor den #MittelfingerMittwoch gibt, fühlt sich das ein wenig wie „die gute alte Zeit“ an. So haben sich die Twitter-Alternativen leider nie angefühlt. Aber ich weiß auch, was alles bei Elon Musks Laden kaputt gegangen ist. Daher bin ich skeptisch, dass ich mir jemals wieder das Original antun werde. Ich bin aber auch skeptisch, was die Alternativen betrifft.
Letzten Endes ist es das Alles nicht. Man denkt sich dann immer, dass man irgendwas verpassen würde, wenn man auf keiner der Plattformen aktiv wäre. Ich bin sogar skeptisch, was dieses FOMO betrifft. Momentan bin ich auf Bluesky am aktivsten. Aber dieses Richtig-Anfühlen wie vor Jahren noch auf Twitter, als es so hieß, hat sich auf keiner der Plattformen jemals wirklich eingestellt. Von daher bleibe ich zwar meinem Blog treu. Bei allem anderen muss ich mal sehen, wie ich weitermache.
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