Kein Pranger hier im Blog
Es ist ein eigenartiges Gefühl, dass ich das wirklich hier schreiben muss. Aber dieser Blog ist kein Pranger, egal was mal passiert sein mag. Klar, Blogs haben eine gewisse Aufmerksamkeit und Reichweite. Die kann man aber dennoch in meinem Fall nicht dazu verwenden, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, der einem nicht in den...
s ist ein eigenartiges Gefühl, dass ich das wirklich hier schreiben muss. Aber dieser Blog ist kein Pranger, egal was mal passiert sein mag. Klar, Blogs haben eine gewisse Aufmerksamkeit und Reichweite. Die kann man aber dennoch in meinem Fall nicht dazu verwenden, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, der einem nicht in den Kram passt. Gut, in gewisser Weise hat der Auslöser zu diesem Artikel schon etwas mit diesem Blog zu tun. Aber ich hätte nicht gedacht, dass so etwas möglich ist.
Hier hat kein Pranger Platz
Es ist fast 10 Jahre her, dass ich mal über eine Begebenheit gebloggt habe. Diesen Artikel fand man bisher auch hier im Archiv, aber ich werde euch nicht erzählen, welcher Artikel das ist. Jedenfalls ging es damals in den Kommentaren einige Zeit hoch her in den Maßstäben dieses Blogs. Was mir damals nicht bewusst war: Die meisten Kommentare beschäftigten sich mit dem Inhalt des Artikels. Aber ein paar Kommentierende kamen auf die Idee, mit dem Finger auf jemand anderes zu zeigen.
Ich habe es damals nicht ganz so wichtig genommen, darauf hinzuweisen, dass kein Pranger in diesem Blog Platz hat. Aber irgendwann war dann Ruhe. Das war noch vor Corona. Bis neulich. Plötzlich kam jemand auf die Idee, als Kommentar Privatanschriften und -telefonnummern zu hinterlassen. Es gibt auch persönliche und private Kontaktdaten von Angehörigen, Informationen zu Immobilien und Firmen. Wer den Kommentar hinterlassen hat? Keine Ahnung, es sind Fantasie-Angaben.
Das ist ja vielleicht eine krude Geschichte: Andere im Internet bloßstellen, aber selbst anonym bleiben. Applaus, das hast du aber fein gemacht! Nee, Freunde, dieser Blog ist kein Pranger. Egal, was damals passiert war. Es gibt niemandem das Recht, ungefragt private Adressdaten zu veröffentlichen. Das wird hier einfach nicht passieren. Natürlich habe ich den Kommentar nicht veröffentlicht. Damit war die Sache für mich erledigt.
Anonyme Post
Und dann kam es zum zweiten Teil. Wer auch immer den Kommentar hier im Blog hinterlegt hatte, den ich natürlich nicht freigeschaltet habe, man ließ nicht locker. Ich erhielt Post. Also so richtig mit Brief und Briefmarke. Darin genau der gleiche Inhalt. Wer den Brief geschickt hat? Keine Ahnung. Es gab keinen Absender und keine Unterschrift. Was soll ich denn damit anfangen? Ich werde einen Teufel tun und die Daten veröffentlichen. Das wird einfach nicht passieren.
Du anonymes Arschloch, das würde unter Umständen den Tatbestand der Nötigung erfüllen. Was glaubst du, wer du bist? Wenn du irgendein Problem mit jemandem hast, dann geht selbst hin und kläre das. Oder lass das über Anwälte klären. Ich bin nicht dein Erfüllungsgehilfe. Ich mache mich strafbar. Und das Spiel spiele ich nicht mit. Ich habe in der Vergangenheit mal diesen und jenen Artikel zurückgezogen. Was glaubst du, was mit diesem bewussten Artikel passiert? Ja, der ist nun offline.
Dieser Blog ist meine Homebase, die lasse ich mir nicht kaputt machen, nur weil jemand irgendein Problem mit jemandem hat. Die Geschichte hier lehrt mich vor allem, dass ich nichts mitspielen muss. Klärt solche Dinge bitte unter euch. Hier hat kein Pranger der Welt Platz. Ich bin mit dem bewussten Artikel übers Ziel hinausgeschossen. Eigentlich wollte ich damals nur die Begebenheit erklären. Andere nutzen das dann schamlos aus. Seid ihr alle verrückt geworden?
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