Eszett-Geschichten
Unstrittig ist, dass das „ß“ eine Ligatur ist. Ob sie ursprünglich allerdings aus langem s und rundem s [ſs] entstanden ist (u. a. Jan Tschichold gehört zu den Vertretern dieser Theorie) oder aus…
Aug 3, 20061 min read1 read
nstrittig ist, dass das „ß“ eine Ligatur ist. Ob sie ursprünglich allerdings aus langem s und rundem s [ſs] entstanden ist (u. a. Jan Tschichold gehört zu den Vertretern dieser Theorie) oder aus langem s und Fraktur-z [ſʒ], wird wohl nie endgültig geklärt werden und noch lange Gegenstand typographischer Auseinandersetzungen bleiben.
<p>Schon im 19. Jahrhundert hat es vereinzelte Bestrebungen gegeben, das „ß“ abzuschaffen und dafür „sz“, „ss“ oder „hs“ zu schreiben – aus <em>Schoß</em> wäre dann z. B. <em>Schohs</em> geworden.</p>
<p>In Österreich schrieb man seit 1876 nur nach langen Vokalen „ß“, nach kurzen grundsätzlich „ss“. Diese Schreibweise wurde 1901 mit der Rechtschreibvereinheitlichung abgeschafft und mit der aktuellen Rechtschreibreform nun wieder eingeführt.</p>
<p>In der Schweiz wird seit den 30er Jahren die Schreibweise mit „ß“ nicht mehr gelehrt und stattdessen „ss“ geschrieben. Ein möglicher Grund könnte sein, dass sich Antiquaschriften, die ursprünglich kein „ß“ kannten, in der Schweiz früher verbreitet haben als im restlichen deutschsprachigen Raum.</p>
<p>Die einzig korrekte Schreibweise für ein „ß“ in einem Wort mit Versalbuchstaben ist „SS“ – man schreibt also weder <span class="caps">Großhandel</span> noch <span class="caps">Groszhandel</span>, sondern <span class="caps">Grosshandel</span>.</p>
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