Wien – Bernhardsthal
Dann schauen wir uns halt mal wieder den Wasserstand an der March an. Gibt nicht viel zu sehen, heisst: nicht viel Wasser. Die Fähre ist jetzt seit Monaten immer wieder ausser Betrieb, aber wenn das so weiter geht, braucht man sie bald ohnehin nicht mehr. Nicht, weil man sich endlich dazu durchgerungen hat eine niederschlagsunabhängige...
ann schauen wir uns halt mal wieder den Wasserstand an der March an. Gibt nicht viel zu sehen, heisst: nicht viel Wasser. Die Fähre ist jetzt seit Monaten immer wieder ausser Betrieb, aber wenn das so weiter geht, braucht man sie bald ohnehin nicht mehr. Nicht, weil man sich endlich dazu durchgerungen hat eine niederschlagsunabhängige Brücke zu errichten, sondern weil, wenn das so weitergeht, bald ein gutes Paar Gummistiefel für den Grenzübertritt reicht. Das Thema Brücke wird derzeit in der lokalen Politik solange zerkaut bis es endlich wieder regnet und die Brücke an Dringlichkeit verliert, weil niemand den dadurch verursachten Verkehr im Ort haben will, weder Angern noch seine Nachbarorte.
Die Altarme, an denen wir auf dem Weg nach Norden vorbeifahren, sind inzwischen fast komplett ausgetrockent. Da gibt es dann auch keinen Grund für die Reiherkolonie dekorativ auf den Ästen am Ufer zu hocken. Bis gestern sind im Jahr 2026 an der Messstelle Hohenau an der March 234 mm Niederschlag gefallen. Normal wären um diese Jahreszeit 400 mm. Es fehlen also rund 40% und das sieht man in den Altarmen und als Staubwolke hinter jedem Traktor auf den Feldern. Wir nehmen anstelle der Staubpartie am Fluss lieber die „March-Panorama-Route“ ein Stück abseits davon. Wer sich unter „Panorama-Route“ jetzt etwas wie die Karnischen Alpen vorstellt, wird vermutlich enttäuscht. Ich weiss auch nicht, warum diese Radroute so heisst, Panorama gibt es dort jedenfalls keines. Stattdessen Wein und abgeerntete Felder unter zunehmend dichter werdenden Wolken. Das Regenradar wird befragt, die Antwort gefällt uns nicht. Ja, es mag schon sein, dass es hier viel zu trocken ist, aber muss der Regen ausgerechnet runterkommen, wenn wir mit den Rennrädern unterwegs sind? Bei den ersten Tropfen geben wir Gas und schaffen es tatsächlich trocken nach Bernhardsthal. Gerade als wir uns fragen, warum eigentlich der andere Bahnsteig, der Richtung Norden, regengeschützte Sitzbänke hat, dabei wartet dort doch nie jemand, wir in Fahrtrichtung Wien aber nicht, ist der Regen auch schon wieder vorbei. Waren gerade mal 3 Minuten, der Boden ist ein wenig feucht, mehr als 1 mm kann das nicht gewesen sein. Neue Lage: 235 mm.
Die Fotos
Die Strecke
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