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Tag 18: Ústí nad Labem – Praha & Wien

Wenn ihr das lest, sind wir vermutlich schon in Wien. Also ziemlich sicher schon in Wien, denn wir sitzen in einem Zug, der von der ČD betrieben wird und die hat es irgendwie geschafft den pünktlich von Hamburg nach Prag zu bringen, also vertrauen wir darauf, dass sie das auch auf der zweiten Hälfte zusammenbringen....

Le Chat à Vélo
Sep 8, 20264 min read

enn ihr das lest, sind wir vermutlich schon in Wien. Also ziemlich sicher schon in Wien, denn wir sitzen in einem Zug, der von der ČD betrieben wird und die hat es irgendwie geschafft den pünktlich von Hamburg nach Prag zu bringen, also vertrauen wir darauf, dass sie das auch auf der zweiten Hälfte zusammenbringen. Bevor ich es vergesse: wir haben euch auch etwas mitgebracht: den Herbst. Der reitet heute Nacht als Kaltfront in Österreich ein und danach gibt es angeblich “normales” September-Wetter, also hoffentlich einen Sommer der älteren Damen.

Davor aber sind wir heute noch in den Sommer zurückgekehrt, mit 33 Grad Tageshöchsttemperatur. Da sind wir nicht mehr dran gewöhnt, aber sich neu zu akklimatisieren zahlt sich jetzt auch nicht mehr aus. War also anstrengend, was nicht nur an der Temperatur gelegen hat, sondern auch an unserem liebsten Begleiter in den letzten Tagen, dem Wind. Von Ústí nad Labem nach Prag sind es etwas über 120 Kilometer und auf etwas über 120 davon hatten wir Gegen- oder zumindest Seitenwind.

Ansonsten ist der tschechische Teil des Elbe-Radwegs bzw. seine Fortsetzung entlang der Moldau durchaus anspruchsvoll zu fahren, auch wenn er kaum Steigungen hat. Die Strecke ist nämlich nicht durchgängig asphaltiert, teilweise sind wir auch Schotter und ein kurzes Stück auf einer Abkürzung, die nicht Teil der offiziellen Route ist, auf einer sandigen Piste. Alles fahrbar, aber anstrengend für die Hände. Was uns aufgefallen ist: Wir fahren die Elbe hinauf, aber der Fluss wird immer breiter? Ja, denn es gilt auch hier: jeder Tropfen Wasser, der über Tschechien fällt, muss mindestens einmal von einem Kajak befahren und mindestens einmal in einem Kraftwerk aufgestaut worden sein, und so fahren wir im Grunde die Rückstaubereiche der Elbe-Kraftwerke nach bis wir in Richtung der Moldau abbiegen.

Schon gestern ist uns aufgefallen, dass der tschechische Elbe-Radweg viel weniger stark befahren ist als der deutsche. Wir halten das für einen Fehler! Die Landschaft ist ebenso sehenswert wie jenseits der Grenze, man fährt an einer Reihe von hübschen Städten und Schlössern vorbei und selbst wenn die Strecke etwas sportlicher und nicht durchgängig autofrei ist, die tschechischen Autofahrer:innen beissen nicht. Das mit der Verpflegung ist sogar noch einfacher, weil in der Saison alle paar Kilometer ein Kiosk mit Bier, Kuchen, Eis und Toast steht. Es gibt als überhaupt keinen Grund in Bad Schandau kehrt zu machen.

“Spassig” auf eine etwas spezielle Art ist nur die Stadteinfahrt nach Prag. Hier geht es ca. 25 Kilometer vor unserem Zielbahnhof zuerst auf einen Hügel, dann steil wieder runter und dann entlang der Moldau in die Stadt. Unglaubliche Mengen von Rennrad fahrenden Menschen kommen uns entgegen, allein, zu zweit oder in kleinen Gruppen, alle sehr sylish unterwegs auf Rädern, die nicht ganz billig aussehen und es auch nicht sind. Hier nimmt man die After-Work-Runde sehr ernst, vielleicht weil es die letzte des Sommers ist? Für langsamere Radfahrende oder gar Kinder, Spaziergänger:innen oder Läufer:innen ist der Weg an der Moldau kein Spass und wird auch kaum benutzt. Nur ein paar Unbeirrbare auf Inline-Skates sind unterwegs und werden mit waghalsigen Manövern überholt. Darin haben wir schon Übung, denn in Brno ist es genauso.

Kleines Fazit zum Urlaub insgesamt: Die Minuspunkte bekommen die DB und das Wetter. Und mir selber muss ich auch ein paar geben, denn ich habe zu viel Kleidung eingepackt für schlechtes Wetter, dem wir dann aber davon gefahren sind und das daher nur Ballast war. Viel wichtiger: Die Gegend an der Ostsee gefällt uns. Wir würden dort gern mal wieder hinfahren, abhängig vom Wetter, das man dort an der Küste aber so schlecht vorhersehen kann. Gibt ja auch noch ein schönes Stück deutscher und polnischer Küste, das wir noch nicht gesehen haben, und auf Rügen waren wir auch nur ganz kurz. Ist der Juni da eine gute Reisezeit? Auch der Ausflug nach Schleswig-Holstein und Dänemark war interessant, dort zieht es uns aber weniger hin. Vielleicht mal nach Kopenhagen? Jetzt, an der Elbe, hat es uns wieder sehr gut gefallen, vor allem Leipzig (das nicht an der Elbe liegt, ja, ich weiss) und der tschechische Teil. Passt.

Die Fotos

Die Strecke

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    Ústí nad Labem – Praha

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