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Karma ist ein Flittchen

Bei der IVZ hat man die Schriftart online gewechselt, einen Dunkelmodus installiert (wer umschalten möchte: gaaaaanz nach unten scrollen) und rundet die Bilder jetzt ab, wobei sie oft an der gegenüberliegenden Bildseite eckig bleiben. Ist nicht mein Geschmack, aber auch keine Lösung des dringlicheren Problems: Die stockend ladend überfrachtete Seite. Machen wir eine kleine Inspektion:...

Ibbtown 🦋
Sep 10, 20263 min read

ei der IVZ hat man die Schrif­tart online gewech­selt, einen Dunkelmodus instal­liert (wer umschal­ten möchte: gaaaaanz nach unten scrollen) und run­det die Bilder jet­zt ab, wobei sie oft an der gegenüber­liegen­den Bild­seite eck­ig bleiben. Ist nicht mein Geschmack, aber auch keine Lösung des dringlicheren Prob­lems: Die stock­end ladend über­frachtete Seite. Machen wir eine kleine Inspek­tion: Unter der Motorhaube arbeit­et ein Angu­lar-Frame­work, die Daten­men­gen der Seite selb­st wer­den kom­prim­iert und das ver­ringert Ladezeit enorm. Hil­ft dem Besuch­er der Seite aber dann doch nicht weit­er.

Stopp, Stopp, Stopp! Das hört sich ganz schön tech­nisch an. Deswe­gen erst ein­mal metapho­risch, warum die Seite so lange braucht um Bilder zu laden, bevor es etwas platt tech­nisch erk­lärt wird:

Man stelle sich vor, ein Besuch­er betritt eine große Kun­st­ga­lerie und möchte in einem Ausstel­lungsraum ein bes­timmtes Foto an der Wand betra­cht­en. Doch statt ein­fach von Raum zu Raum gehen, ste­ht hin­ter ihm ein über­mo­tiviert­er Muse­um­swärter, der jedes Mal, wenn der Besuch­er auch nur den Blick abwen­den oder den Saal wech­selt, sofort die ger­ade betra­chtete Wand ein­reißt, neu auf­baut, ein graues Papp­schild hin­hängt und einen Boten in ein riesiges Außen­lager schickt, um das Foto neu auszu­druck­en. Und weil im Ein­gangs­bere­ich gle­ich hun­dert solch­er Gemälde auf ein­mal hän­gen und die Boten alle unko­or­diniert durch dieselbe schmale Pforte drän­gen, fängt das gesamte Gebäude beim Schlen­dern durch die Ausstel­lung vernehm­lich an zu wanken und zu ruck­eln.

Bilder sind zen­traler Bestandteil der IVZ-Seite und das größte Prob­lem. Man merkt trotz teuer­er Kam­eras, dass die eige­nen nicht von pro­fes­sionellen Fotografen erstellt wor­den sind, sie machen aber auch in der bloß tech­nisch auf­bere­it­eten Form Prob­leme: Auf der IVZ-Start­seite sind etwa 100 Bilder einge­baut, einige dop­pelt. Auch kleine Bilder wer­den nicht tat­säch­lich verklein­ert, son­dern lediglich in ein­er kleineren Größe dargestellt. Die Bilder sind alle etwa 50 KB groß und im JPG-For­mat, nicht in einem deut­lich platzs­paren­deren, damit hat man eine Lade­last von 5 MB der Start­seite. Ein ruck­el­freies Scrollen ist so für kaum ein Gerät auf Anhieb möglich.

Die Bilder haben alle­samt erst ein Vor­lade­bild, dann erscheint erst das passende. Rufe ich einen Artikel auf, kommt wegen der Angu­lar-Architek­tur, die das Lay­out bei Klicks jedes Mal neu ini­tial­isiert, erneut ein Vor­lade­bild, dann das passende Bild, auch wenn es in der vorheri­gen Seite schon im Brows­er war. Wenn es einen Cache gibt, dann ist er nicht gut eingestellt, weshalb die Dateien oft unge­bremst neu anfordert wer­den. Wenn es keinen Cache gibt, wer­den die Bilder­dateien durch unsaubere Head­er immer neu von windows.net geladen, was mas­sig Traf­fic verur­sacht und auf Dauer teuer ist.

Es sieht schätzungsweise so aus: Während Daten­schutz-Kom­po­nen­ten wie User­centrics im HTML-Kopf der Web­site peni­bel per pre­con­nect für den Sofort­start vor­bere­it­et wur­den, läuft die Aus­liefer­ung der eigentlichen Medi­en­dateien unko­or­diniert im Hin­ter­grund. Die Bilder lagern extern im Microsoft Azure Cloud-Spe­ich­er – allerd­ings ohne die notwendi­gen net­zw­erk­seit­i­gen Vor­ab­verbindun­gen und TLS-Hand­shake-Opti­mierun­gen für die Domain windows.net. Der Brows­er des Lesers erfährt schlicht zu spät, wo er die visuellen Inhalte suchen muss. Erst wenn die asyn­chrone Con­tent-API von news.ivz-aktuell.de die reinen Text- und Daten­struk­turen an das Fron­tend über­mit­telt hat, set­zt sich der Lade­vor­gang für die Grafiken in Gang. Und für jede einzelne wird ein TLS-Hand­shake fäl­lig. Das dauert.

Ein deut­lich ein­facheres Sys­tem für die über­schaubare Besucher­res­o­nanz käme den Ver­lag deut­lich bil­liger. Aber keine Sorge: Im Grunde genom­men hat man nur ein Sys­tem so eingekauft, wie das hau­seigene TEO es früher an Fir­men verkauft hat. Und das ist doch irgend­wie ver­söhn­lich.

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