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Armutsgipfel 2026: 400 Menschen, ein Regionalsender

Armutsgipfel 2026 in Berlin: 400 Menschen mit Armutserfahrung, Panels, Theater – und im Fernsehen nur ein Regionalsender. Mein Nachbericht.

Pinf2000
Oct 5, 202623 min read

Erstveröffentlicht: Oktober 2026 · 1. Fassung

Ein Artikel über zwei Tage Armutsgipfel, die Menschen, die dort gesprochen haben – und die Kameras, die nicht kamen.

Beim Armutsgipfel 2026 saßen rund 400 Menschen in einer Kirche in Berlin-Kreuzberg. Die meisten von ihnen wissen genau, wovon sie reden, weil sie Armut nicht aus Statistiken kennen, sondern aus dem eigenen Kühlschrank. Zwei Tage lang haben wir geredet, gespielt, gerechnet und gestritten. Im Fernsehen berichtete ein einziger Sender. Ein regionaler.

Für mich war es das dritte Treffen der Menschen mit Armutserfahrung. 2023 war ich mit meinen Kindern dort. 2025 kam ich allein, mit einem Workshop für den Markt der Möglichkeiten, den meine Jugendlichen vorbereitet hatten, und als Referentin in einem weiteren Workshop. Davon habe ich im letzten Jahr ausführlich erzählt. In diesem Jahr saß ich als Mitwirkende auf dem Podium zur Ernährungsarmut. Und wieder hatten meine Jugendlichen die Vorarbeit geleistet.

Wir waren da. Die Kameras nicht.

Armutsgipfel 2026: Wer da war und worum es ging

Eingeladen hatten die Nationale Armutskonferenz, die Diakonie Deutschland, die Evangelische Kirchengemeinde vor dem Halleschen Tor und der Paritätische Gesamtverband. Unterstützt wurden sie vom AWO-Bundesverband und der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen. Der offizielle Name lautete „Gipfel gegen Ungleichheit“, der Untertitel „Praxis meets Wissenschaft“.

Für uns Armutsbetroffene begann alles schon am Dienstag. Im Hotel Grenzfall in Berlin-Mitte eröffnete das OrgaTeam das Treffen der Menschen mit Armutserfahrung, kurz #TMA26. Danach folgte der Markt der Möglichkeiten: Themen finden, Gruppen bilden, Pläne schmieden. Am Mittwochmittag zogen wir dann in die Heilig-Kreuz-Kirche um.

Dort hing ein Banner an der Empore. Luftpolsterfolie, bunte Papierbuchstaben, ein Ausrufezeichen: „Armutswende!“ Gemacht haben wir es am Abend vorher, bei einer Art Kennenlernspiel. Alle bekamen ein Puzzleteil und Aufgaben dazu. Am Ende mussten wir die Teile zusammenfügen. Heraus kam ein einziges Wort: Armutswende. Kein Werbebanner einer Agentur. Sondern das, was entsteht, wenn viele Einzelne zusammenpassen.

Was diesen Gipfel von vielen Fachtagungen unterschied: Hier wurde nicht nur über Armutsbetroffene geredet, sondern mit ihnen. In allen Workshops sollte neben Wissenschaft und Politik auch die Sicht von Menschen mit Armutserfahrung vorkommen. In meinem Panel war ich eine davon. Bei der Eröffnung sprach direkt nach der Vertreterin der Bundesregierung Manja Starke für die Nationale Armutskonferenz. Und für mindestens 50 Armutsbetroffene wurden alle Kosten übernommen, damit sie überhaupt teilnehmen konnten. Das Geld dafür kam über das Treffen der Menschen mit Armutserfahrung, das das Bundesarbeitsministerium finanziert. So saßen wir nicht als einzelne Kronzeug:innen am Rand, sondern als große Gruppe mitten im Saal.

Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Wer arm ist, kann sich eine Fachtagung in Berlin schlicht nicht leisten. Ohne diese Kostenübernahme wären die meisten von uns nicht da gewesen. Dann hätten Fachleute über uns gesprochen. So haben wir mitgeredet.

Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, formulierte das Ziel zur Begrüßung ohne Umschweife:

„Armut abschaffen. Nicht lindern. Nicht verwalten. Abschaffen.“

Der Anlass war dringend genug. Laut dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen sind 16,1 Prozent der Menschen in Deutschland arm. Das sind 13,3 Millionen. In der Region Trier, wo ich lebe, sind es sogar 21,4 Prozent. Gleichzeitig plant die Bundesregierung Kürzungen bei Wohngeld, Elterngeld und Unterhaltsvorschuss.

Eröffnung: „Schämt euch für unsere Armut!“

Eigentlich sollte Bundesministerin Bärbel Bas das Grußwort halten. Sie hatte jedoch kurzfristig alle Termine abgesagt, nicht nur unseren. Erklärt wurde das mit familiären Gründen. Dafür habe ich vollstes Verständnis. Gekommen ist stattdessen Katja Mast, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium. Sie erzählte von eigenen Erfahrungen mit Armut. Dann lobte sie die Regierung. Sie sei froh, dass „diese Regierung vorhat, etwas zu verbessern“.

Im Saal wurde es unruhig. Einige hielten Plakate hoch. Darauf stand: „Schämt euch für unsere Armut!“

Eins muss sich das vorstellen: Vor einem Saal voller Menschen, denen gerade Leistungen gekürzt werden, wird die Regierung gelobt, die diese Kürzungen beschließt. Applaus bekommt eins dafür woanders.

Frau Mast, welche Verbesserung meinen Sie? Dass der Unterhaltsvorschuss künftig schon mit 16 statt mit 18 Jahren enden soll? Rund 100.000 Jugendliche wären davon betroffen. Dass im Haushaltsentwurf 2027 fast 400 Millionen Euro weniger für den Unterhaltsvorschuss und 440 Millionen weniger für das Elterngeld eingeplant sind? Oder dass beim Wohngeld die Heizkostenkomponente halbiert werden soll? Verbessert wird hier vor allem eines: der Haushalt. Auf unsere Kosten.

Danach sprach Manja Starke vom Netzwerk #Armutswende. Sie hatte vier Minuten. Sie brauchte nur drei Sätze, um den ganzen Gipfel zusammenzufassen.

Erfahrung ist Wissen. Wer Armut erlebt, weiß, wo Gesetze an der Wirklichkeit vorbeigehen. Dieses Wissen gehört an den Tisch, genauso wie Wissenschaft und Fachpraxis.

Beteiligung ist Arbeit. Unterlagen lesen, Konzepte entwickeln, anreisen, sprechen: Das ist Arbeit. Deshalb muss sie bezahlt werden, und zwar nicht nur mit Fahrtkosten. Außerdem darf ehrenamtliches Engagement nicht zu Sanktionen durch das Jobcenter führen.

Niemand kann für alle sprechen. Deshalb müssen viele Erfahrungsexpert:innen beteiligt werden. Und zwar bevor die Entscheidungen gefallen sind, nicht danach.

Sirkka Jendis, Geschäftsführerin der Tafel Deutschland Deutschland und Autorin des Buchs* „Armut hat System“, legte nach: „Die Ursachen von Armut sind strukturell.“ Die Scham der Betroffenen lenke nur ab von der eigentlichen Frage. Und die lautet: Warum?

Küche, Konto, Klima: Was ein Warenkorb verrät

Am Mittwochnachmittag ging es beim Armutsgipfel 2026 in die Panels. Ich saß in Panel 5: „Küche, Konto, Klima – Ernährung zwischen Armut, Gesundheit und Nachhaltigkeit“. Moderiert haben Renate Antonie Krause von der Nationalen Armutskonferenz und Anna-Lena Guske von der Diakonie. Mit mir auf dem Podium saßen Leliah Karbe von der Humboldt-Universität und Jan Dreier von FIAN Deutschland.

Das Herzstück waren die Warenkörbe. Und die stammen aus Trier.

Erstellt haben die Plakate Ella, Marie-Sophie und Amelie von der Kurfürst-Balduin-RealschulePLUS in Trier. Alle drei gehören zu meinem Projekt „Jugend bewegt Trier-West“. Die Vorgaben dafür kamen von Renate Antonie Krause. Dafür haben sie bei REWE in Trier die aktuellen Preise für jeden einzelnen Warenkorb ermittelt,

Sonderangebote inklusive. Dabei haben sie gelernt, wie eine Warenkorbberechnung funktioniert. Zugleich zeigen ihre Zahlen etwas, das in Berlin kaum jemand auf dem Schirm hat: Lebensmittelpreise unterscheiden sich von Region zu Region, sogar bei den großen Ketten.

Zehn Warenkörbe haben die Jugendlichen gestaltet, jeweils für eine Woche, dazu ein Plakat mit der Aufteilung des Regelsatzes. Für die Gruppenarbeit wurden sechs Körbe ausgewählt und ausgestellt: ein ausgewogener Wocheneinkauf als Standard, ein laktosefreier mit Fleisch, ein Bio-Basis-Warenkorb, ein „absolutes Sparmodell“, ein veganer und einer nach der Planetary-Health-Diet. Letztere steht für eine gesunde Ernährung für einen gesunden Planeten: überwiegend pflanzlich, tierische Produkte nur in kleinen Mengen. Der zehnte Korb hing an der Seite, für meinen eigenen Beitrag. Dazu gleich mehr.

Die Aufgabe im Panel war einfach. Reicht der Warenkorb für eine Woche? Und kostet er mehr als 49 Euro? So viel sieht der Regelsatz ungefähr pro Woche für Nahrung und alkoholfreie Getränke vor, wenn eins den Monat in vier Wochen teilt. Im Monat sind es 195,39 Euro, egal ob in der Grundsicherung nach SGB II oder in der Sozialhilfe nach SGB XII. Das sind 6,51 Euro am Tag, in Monaten mit 31 Tagen nur 6,30 Euro. Und ein Monat hat eben nicht vier Wochen, sondern im Schnitt 4,35. Ehrlich gerechnet bleiben pro Woche also keine 49 Euro. Sondern knapp 45. Eine weitere Frage lautete: Bei welchem Warenkorb bleibt am Ende der Woche noch Geld für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen im Bäcker-Café?

Haferflocken, Toastbrot und kein Kaffee

Im Gespräch zeigte sich schnell, wie genau Armutsbetroffene rechnen müssen. „Eine Tüte Haferflocken reicht vier Tage“, sagte jemand. Bei anderen hält sie vielleicht länger, weil sie sich nicht daran satt essen müssen und Nüsse, Saaten oder Obst dazugeben können. Eine andere Frage blieb im Raum hängen: „Hast du mal Toastbrot gegessen, wenn du richtig hungrig warst?“ Lebensmittel ist eben nicht gleich Lebensmittel.

Das Ergebnis: Das absolute Sparmodell kostet 19,11 Euro. Darin steckt außer Zwiebeln nichts Frisches, dafür viele Konserven. Die Planetary-Health-Diet kostet 36 Euro, der Bio-Korb 45 Euro. Alle anderen Warenkörbe lagen über 49 Euro. Rechnet eins ehrlich mit knapp 45 Euro, wird selbst der Bio-Korb zur Zitterpartie. Kaffee, Tee, Gewürze und Süßigkeiten fehlen in allen.

Dass ausgerechnet Bio und Planetary Health unter 49 Euro blieben, hat einen einfachen Grund: Die Jugendlichen haben die Preise bei REWE erhoben, und da waren Sonderangebote dabei. Wer genau in dieser Woche einkauft, zahlt so wenig. In der nächsten Woche schon nicht mehr. Und wer nicht jede Woche Prospekte vergleichen und dem Angebot hinterherfahren kann, sowieso nicht. Billig auf dem Plakat heißt eben nicht billig an der Kasse. Und günstig heißt noch lange nicht satt.

Dass das kein Trierer Sonderfall ist, zeigt die Warenkorbstudie „Was der Mensch braucht 2026“ von Lutz Hausstein. Sie lässt Sonderangebote bewusst weg, weil sie nur vor Ort und nur für kurze Zeit gelten. Und sie setzt für Lebensmittel ohne Genussmittel 327,47 Euro im Monat an. Der Regelsatz sieht 195,39 Euro vor. Macht 132,08 Euro Lücke. Jeden Monat.

💬 Frage an die Lesenden: Und Sie? Kämen Sie mit 49 Euro durch die Woche? Oder mit 45? Rechnen Sie selbst nach, mit meinem Einkaufszettel-Grundsicherungs-Rechner.

Renate Antonie Krause hat es auf den Punkt gebracht: „Wir werden nicht erzogen, sparsam zu sein. Wir werden gezwungen, geizig zu sein.“

Schon vor dem Gipfel hatte sie gewarnt: Die geplanten Kürzungen „erschweren eine gesunde Ernährung, verstärken gesundheitliche Probleme und führen zu massiven Folgelasten“.

Kochen können wir. Es fehlt das Geld.

Ich kenne das aus meinem eigenen Leben. Als Alleinerziehende mit zwei Kindern habe ich Sonderangebote gejagt, Obst eingeweckt und jede Mahlzeit durchgerechnet. Oft habe ich nach den Kindern gegessen. Wenn noch etwas übrig war. Oder das, was eben noch übrig war.

Zehn Tage Notvorrat. Von welchem Geld?

Für meinen Beitrag hatte ich den zehnten Warenkorb mitgebracht: der Notvorrat, den das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt. Für eine Person und zehn Tage sind das unter anderem 20 Liter Getränke, 3,5 Kilo Getreide, Nudeln, Reis und Kartoffeln sowie 4 Kilo Gemüse und Hülsenfrüchte in Dosen oder Gläsern. Auf dem Plakat stand dabei nur das Essen. Dazu kommt alles, was eins im Notfall sonst noch braucht: Kerzen, Taschenlampen, Batterien, Powerbanks, ein Radio, einen Gaskocher und Gaskartuschen. Einen Posten für Katastrophenvorsorge gibt es im Regelsatz nicht.

Ich weiß, wovon ich rede. 2021 hat die Flut auch Kordel getroffen, meinen Wohnort. Danach habe ich zwei Jahre gebraucht, bis ich meinen Kindern wieder jeden Tag eine warme Mahlzeit auf den Tisch stellen konnte. Meinen Kindern, wohlgemerkt. Nicht mir. Und bis heute habe ich noch nicht alles was an Zubehör gebraucht wird zusammen.

Deshalb ärgert mich die Idee, Armutsbetroffenen müsse nur jemand das Kochen beibringen. Ich gebe selbst Kochkurse (darüber habe ich im Deutschlandfunk gesprochen). Dort fehlt es selten an Wissen. Die Kurse sind vor allem eines: ein Ort, an dem eins wieder dazugehört.

Leliah Karbe bestätigte das aus der Forschung: Es gebe Befunde, dass Ernährungsbildung „überhaupt nichts bringt“. Die politische Forderung sei vielmehr, die Regelsätze anzuheben. Ich habe ergänzt, was Schweden längst vormacht: beitragsfreies Essen in Kita und Schule.

Bei den Schweden klappt es seit Jahrzehnten

In Schweden bekommt jedes Schulkind ein warmes Mittagessen. Jeden Tag, kostenlos, egal was die Eltern verdienen. Seit 1997 steht das im Schulgesetz, seit 2011 auch, dass das Essen nährstoffreich sein muss. Kein Antrag, kein Nachweis, keine Scham an der Essensausgabe. Und es lohnt sich: Die Ökonomen Petter Lundborg und Dan-Olof Rooth haben untersucht, wie es den Kindern erging, die in den 1960er-Jahren als Erste kostenlos mitessen durften. Wer die ganze Schulzeit dabei war, verdiente später im Schnitt drei Prozent mehr. Kinder aus armen Familien sogar sechs Prozent.

Bei uns muss eine Familie erst nachweisen, dass sie arm genug ist, damit ihr Kind kostenlos mitessen darf. Schweden fragt nicht. Schweden kocht. Warum also nicht hier?

Mit Jan Dreier von FIAN Deutschland saß jemand auf dem Podium, der für eine Perspektive steht, die in der Debatte fast immer fehlt: Essen ist ein Menschenrecht. Deutschland hat den UN-Sozialpakt unterschrieben, und dessen Artikel 11 garantiert das Recht auf angemessene Nahrung. Für alle. Auch für Menschen in der Grundsicherung.

FIAN sagt seit Langem klar: Mit den aktuellen Regelsätzen ist eine gesunde Ernährung nicht möglich. Dreier hat auch begründet, warum die neue Grundsicherung das Menschenrecht auf Nahrung verletzt. Ein Rechtsgutachten, das die Linksfraktion im Bundestag 2023 in Auftrag gegeben hatte, kam zum selben Ergebnis: Die Regelsätze sind mit dem Recht auf angemessene Ernährung nicht vereinbar. Das ist keine Meinung. Das ist Völkerrecht.

Am Essen sparen heißt nämlich auch: Gelegenheiten für Gemeinschaft fallen weg. Deshalb waren die Kiezkantinen, die die Berliner Linke im Wahlkampf für die Großsiedlungen angekündigt hat, für viele im Raum ein Stück Hoffnung. Sie könnten mehr sein als eine Tafel, nämlich ein Ort der Begegnung. Zumindest in Berlin.

Wer tiefer einsteigen will: Der Regelsatz lügt und Kaufkraft, Lebensmittel und Bürgergeld.

Bühne frei: Wenn Armutsbetroffene Politik spielen

Am Mittwochabend wurde die Kirche zur Bühne. Im Legislativen Theater spielen Armutsbetroffene reale Szenen aus dem Alltag. Zehn Menschen standen auf der Bühne, darunter Renate Antonie Krause, Meral Ökten, Thomas Wasilewski, Tim Seywert.

Meral Ökten spielte eine Frau, die ihrem kranken Nachbarn (Thomas Wasilewski) die Schuld an seiner Sanktion gibt. Er hatte mehrere Termine beim Amt verpasst. Er leidet an Depressionen. Weil er die Miete nicht mehr zahlen kann, verliert er seine Wohnung. Ausgedacht ist daran nichts. Das ist in Deutschland rechtlich möglich.

Eine Szene ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Sie gehört Tim Seywert. Es ist seine eigene Geschichte: Nach seiner Schilderung wurde er als minderjähriger Jugendlicher vom Jugendamt, wegen fehlender Mitwirkung (schlechte Noten) im Stich gelassen und von der Heimleitung auf die Straße gesetzt. Auf der Bühne spielte Tim ausgerechnet den Heimleiter. Also genau den Menschen, der ihn damals vor die Tür gesetzt hat.

Das Jugendamt tauchte an diesem Gipfel nicht zum ersten Mal auf. Auch Manja Starke hat erzählt, wie wenig Unterstützung sie bekam, als sie ihren sechsjährigen Sohn in eine Pflegefamilie geben musste. Zwei Geschichten, ein Muster: Wer Hilfe am dringendsten braucht, bekommt sie am wenigsten.

Anschließend diskutiert das Publikum mit Abgeordneten, was sich ändern muss. Zu Gast waren Andreas Audretsch (Grüne), Annika Klose (SPD) und Janine Wissler (Linke). Auf der Gästeliste stand auch Ottilie Klein von der CDU/CSU. Beim Theater habe ich sie nicht gesehen. Ob sie an anderer Stelle beim Gipfel war, weiß ich nicht.

Die drei Abgeordneten haben zugehört, und zwar richtig. Sie waren sichtlich beeindruckt und betroffen, am meisten von Tims Geschichte. Ehrlich gesagt fand ich alle drei großartig: nahbar, offen, ohne Sprechblasen. Annika Klose machte deutlich, dass sie unsere Lage versteht und sich auf unserer Seite sieht. Ich glaube ihr das. Nur regiert ihre Partei mit, und diese Regierung will den Unterhaltsvorschuss künftig schon mit 16 enden lassen. Verständnis ist ein Anfang. Die Miete zahlt es nicht.

Umrahmt wurde der Abend von einer Lesung mit Marc-Uwe Kling, der Känguru-Geschichten las( kann ich absolut empfehlen), und von Bernadette La Hengst mit dem Chor der Statistik.

Die Scham muss die Seite wechseln

Den Donnerstag eröffnete die Publizistin Carolin Emcke mit ihrer Keynote. Der Titel: „Die Scham muss die Seite wechseln.“

Dieser Satz hat eine Geschichte. Berühmt gemacht hat ihn Gisèle Pelicot aus Frankreich. Ihr damaliger Ehemann hatte sie über Jahre betäubt und fremde Männer angeworben, die sie vergewaltigten. Beim Prozess 2024 bestand sie darauf, öffentlich zu verhandeln. Ihre Botschaft: Nicht das Opfer soll sich schämen, sondern die Täter.

Emcke überträgt diesen Gedanken auf Armut. Nicht wir sollen uns schämen, sondern die, die Armut verursachen, verwalten oder achselzuckend hinnehmen. „An Armut lässt sich nicht gewöhnen! An Armut darf sich eine Gesellschaft nicht gewöhnen!“, zitierte sie der Kongress Armut und Gesundheit. Laut Diakonie sagte sie außerdem: „Armut ist niemals nur eine Frage der Umverteilung. Auch Rassismus und Queerfeindlichkeit stehen im Zusammenhang mit Armut.“

Für die Veranstalter war der Titel Programm. Katja Kipping, Geschäftsführerin des Paritätischen, hatte schon vorab geschrieben, in diesen Worten stecke eine Haltung: „Nicht jene, die von Armut betroffen sind, sollten sich schämen. Vielmehr gilt es, die gesellschaftlichen Ursachen von Armut in Angriff zu nehmen.“

Wie tief die Scham sitzt, zeigten Yvonne S. und ihre Tochter. Yvonne S. lebt seit vielen Jahren in Armut. Sie hat ihr Kind auf Ausflüge mit anderen geschickt, damit sie selbst die Kosten sparen konnte. „Es macht mich so sauer, dass die Kinder mit hineingezogen werden“, sagte sie der Frankfurter Rundschau. Ihre Tochter hat als Kind versucht, die Armut zu verstecken. Heute setzt sie sich für junge Menschen ein, die in Armut aufwachsen. Über ihre Erfahrungen sprechen beide auch dank #IchBinArmutsbetroffen. Und Yvonne S. hat eine klare Antwort für alle, die gern von der sozialen Hängematte reden: „Wer von sozialer Hängematte spricht, verkennt Armut.“

Auch das Panel „Wenn Privates politisch ist“ drehte sich um diesen Alltag. Laut taz standen dort zehn Zitate von Betroffenen vor dem Altar. Auf einem stand: „Billiger kann ich gar nicht leben.“ Eine Teilnehmerin über 50 sagte schließlich: „Es ist strukturelle Gewalt.“

Eine Mauer aus Hürden

An beiden Tagen stand in der Kirche eine Kunstinstallation mit dem Titel „Im Weg zum Recht“. Gestaltet haben sie die Design-Studentinnen Katharina Sobotta und Eunyeong Jeong, gemeinsam mit Prof. Tanja Herklotz und Dr. Lê Phan-Warnke vom Deutschen Institut für Menschenrechte. Aus Kartons wurde eine Mauer. Jeder Karton steht für eine Hürde auf dem Weg zum eigenen Recht: fehlendes Geld, fehlende Information, Sprachbarrieren, Machtungleichgewicht, Angst vor Konsequenzen.

Teilnehmende haben ihre Erfahrungen auf die Kartons geschrieben. Auf vielen steht einfach: „JA!“ Andere werden konkret. „Selten erfahre ich wirklich, was meine Rechte sind.“ „Wer hilft mir bei der Durchsetzung meiner Ansprüche?“ „Zu wenig Anwälte für Sozialrecht.“ Unter „Sprachbarrieren“ steht ein einziges Wort: „Fachworte“. Und dann: „Scham“. „Kein Geld = keine Zeit!“ „Armut macht krank und Krankheit macht arm.“ Auf einem Karton steht sogar Manja Starkes Satz von der Eröffnung: „Niemand kann für alle sprechen. Aber viele können miteinander sprechen.“

Diese Mauer stand nur zwei Tage in einer Kirche. Vor uns steht sie jeden Tag.

400 Menschen, ein Regionalsender

Und jetzt zum Medienecho. Nach dem Armutsgipfel 2026 habe ich gesucht, was berichtet wurde. Im Fernsehen fand ich genau einen Beitrag: rund vier Minuten in der rbb24 Abendschau, wiederholt in rbb24 BERLIN. Ein Regionalsender also. Bei Tagesschau, ZDF, Phoenix und Deutschlandfunk habe ich nichts gefunden. Nicht in den Mediatheken, nicht auf YouTube. Dabei saß am Donnerstag eine Journalistin des Deutschlandfunks sogar auf dem Podium. Vielleicht kommt da noch etwas. Ich bleibe dran.

Gedruckt haben die Frankfurter Rundschau, die taz und das nd berichtet. Dazu kam eine Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur, die domradio übernommen hat. Immerhin.

Das Muster kenne ich. Am 18. April 2026 demonstrierten laut Veranstaltern rund 80.000 Menschen für erneuerbare Energien, und das ZDF berichtete. Am selben Tag standen neun Menschen am Breslauer Platz in Köln und demonstrierten gegen Armut. Darüber habe ich damals geschrieben: 80.000 gegen 9. Bei neun Leuten konnte eins noch sagen: Das ist eben keine Nachricht.

Diesmal waren wir 400. Dazu kamen Bundestagsabgeordnete, eine Staatssekretärin, Carolin Emcke und Marc-Uwe Kling. Und wieder blieb das bundesweite Fernsehen aus. An der Zahl liegt es also nicht.

💬 Frage an die Lesenden: Woran dann? Ich habe meine Vermutung. Aber ich frage Sie: Zu welchem Schluss kommen Sie, wenn Sie diese beiden Tage nebeneinanderlegen?

Ich bin nicht die Einzige, der das auffällt. Auf Bluesky tauschen sich Armutsbetroffene darüber aus, warum so wenige Medien berichtet haben.

Joachim Rock schrieb hinterher selbst, die Selbstorganisation von #IchBinArmutsbetroffen brauche „noch viel mehr Öffentlichkeit“. Sirkka Jendis hatte schon bei der Eröffnung gewarnt, die mediale Debatte gehe an der Realität armutsbetroffener Menschen vorbei.

Dabei wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, hinzuhören. Mit der neuen Grundsicherung werden die Zügel angezogen (mehr dazu hier). Meral Ökten, die im Legislativen Theater mitspielte, ist erwerbsgemindert und bezieht Grundsicherung nach SGB XII. Auch sie spürt, wie „die Zügel angezogen werden“. Briefe an Ämter schreibt sie nach eigenen Worten nur noch mit Beruhigungsmitteln. „Von einzelnen Formulierungen hängen oft Hunderte Euro ab“, sagte sie der Frankfurter Rundschau.

Wenn über Bürgergeld gestritten wird, sind die Kameras da. Wenn Armutsbetroffene selbst sprechen, bleiben sie aus. Die großen Sender sind armutsblind.

 

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Was bleibt vom Armutsgipfel 2026

Es bleibt ein Netzwerk, das von Jahr zu Jahr wächst. Es bleiben Menschen, die sich nicht mehr verstecken. Außerdem bleibt Forschung: Tanja Herklotz und Lê Phan-Warnke untersuchen, wie Recht Armut beeinflusst, und wollen ihre Ergebnisse Ende 2026 veröffentlichen.

Wir passen aufeinander auf

Ich brauche feste Strukturen. Im Alltag habe ich das gut im Griff. Aber wenn zu viel auf einmal kommt, zu viele Menschen, zu viel Lärm, zu viele Reize, dann kann es passieren, dass ich Panik bekomme. Ein riesiger Bahnhof wie in Berlin reicht dafür schon. Oder eine Veranstaltung mit Hunderten Menschen. Ich gehe trotzdem hin, und ich genieße es auch. Aber es kostet mich viel Kraft, körperlich wie seelisch.

Viele Menschen auf dem Treffen kenne ich seit Jahren. Und sie achten aufeinander. Wer weiß, dass jemand mit vielen Menschen schlecht klarkommt, fragt nach: „Brauchst du was?“ „Vergiss nicht zu trinken.“ „Komm, wir gehen mal kurz raus.“ Oder: „Du hattest heute einen anstrengenden Tag. Du machst jetzt erst mal gar nichts mehr.“ Sie begleiten jemanden mit Bus und Bahn bis ins Hotel. Nicht nur mich, andere genauso.

Diese Herzlichkeit kommt nicht von ungefähr. Wir wissen, wie es ist, Hilfe zu brauchen. Und wie gut es tut, wenn dann jemand da ist. Daraus wächst Gemeinschaft. Natürlich kann nicht jede mit jedem. Aber ich freue mich jedes Jahr auf die Menschen, die ich dort kennengelernt habe. Quer durch Deutschland verstreut, sehen wir uns sonst kaum. Dazwischen bleiben wir über soziale Netzwerke in Kontakt, tauschen Tipps aus und wissen, wie es den anderen geht.

Von Berlin nach Köln mit Blick auf die Elbphilharmonie

Wie sehr ich darauf angewiesen bin, hat diesmal die Heimfahrt gezeigt. Der ICE fuhr von einem anderen Gleis ab, ich stand im falschen Waggon, und schon in den ersten Minuten kam die Panik. Eine Mitstreiterin saß im selben Zug, ohne dass ich es wusste. Wir haben uns geschrieben, sie hat mich gesucht, gefunden und dafür gesorgt, dass ich bei ihr sitzen konnte. Von Berlin bis Köln, wo ich Richtung Trier umsteigen musste. Unterwegs haben wir sogar die Elbphilharmonie gesehen. Ja, auf dem Weg von Berlin nach Köln. Das ist eine andere Geschichte, die ich irgendwann erzähle. Ohne diese Begleitung hätte ich die Fahrt nicht überstanden. Das gebe ich ganz ehrlich zu.

Auf dem Weg von Berlin nach Köln: Elbphilharmonie, rechts hinten. Foto: Nicola Dülk

Auf jeder Heimfahrt aus Berlin kommt eine neue Katastrophe dazu, und ich lerne daraus. Bei der ersten Fahrt wurde ich in den Zug geschubst und hatte danach ein verstauchtes Handgelenk. Seitdem habe ich immer ein Kühlpack zum Knicken dabei. Letztes Jahr kamen Stunden über Stunden Verspätung dazu. Also hatte ich diesmal genug zu trinken dabei, meinen Reisewasserkocher, Kaffee und genug zu essen, damit ich nicht ins teure Bordbistro muss. Sogar kleine Kuchen, denn eins braucht auch mal etwas Süßes. Geteilt habe ich gern. Denn von der Bahn gab es nur 500ml Notfallwasser. Wer Hunger und mehr Durst, aber nichts dabei hatte, musste sich im Bordbistro verpflegen. Über unsere marode Bahn ließe sich ein eigener Artikel schreiben. Und bis nach Köln sind wir dennoch nicht mehr gekommen. Grund für unseren Umweg waren übrigens 3kg Salz auf den Gleisen.

Armut meets Wissenschaft

Und dann ist da noch etwas, das mir viel bedeutet: der Austausch mit der Wissenschaft. Schon in den Vorgesprächen mit Leliah Karbe von der Humboldt-Universität und Jan Dreier von FIAN haben wir auf Augenhöhe diskutiert. Ich habe meinen Standpunkt klar gemacht und meine Expertise eingebracht. Und beide haben sie bestätigt. Das ist ein unglaublich gutes Gefühl. Es stärkt das Selbstwertgefühl, das Armutsbetroffene im Laufe eines Jahres oft wieder verlieren, weil sie nicht gefragt, nicht gefordert und nicht anerkannt werden. Das betrifft nicht nur die, die zu diesen Treffen kommen. Das betrifft fast alle.

Deshalb wünsche ich mir solche Begegnungen mit der Wissenschaft öfter. Und nicht im Verborgenen, sondern so, dass andere es mitbekommen. Das trägt uns. Es gibt uns Argumente für die Politik und für unseren ganz persönlichen Kampf gegen die Armut. Und es gibt uns etwas, das im Alltag meistens fehlt: Wertschätzung.

Auch von anderen habe ich gehört, wie wichtig es ist, unsere Expertise weitergeben zu können. Mit dem Wunsch bin ich also nicht alleine.

📋 Hinweis zur Sorgfalt:
Dieser Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, mit Quellenangaben versehen und mehrfach gegengelesen. Dennoch gilt: Gesetzesvorhaben, Zahlen und politische Ankündigungen können sich kurzfristig ändern — besonders bei einem Thema, das sich Woche für Woche weiterentwickelt. Sollte sich an einer Stelle ein Fehler eingeschlichen haben oder eine Zahl überholt sein, freue ich mich über einen Hinweis. Für individuelle Rechtsfragen zu eigenen Ansprüchen ersetzt dieser Artikel keine Beratung — wenden Sie sich dafür an Ihr Jobcenter, eine Schuldnerberatung, den Sozialverband Ihrer Wahl oder Beratungsstellen wie Tacheles e.V.
📚 Quellen & Nachweise

Jagemast, Hannah: „Raus aus der Scham“. Frankfurter Rundschau, Nr. 229, 02.10.2026, S. 11 / online: https://www.fr.de/wirtschaft/armut-in-deutschland-von-einzelnen-formulierungen-haengen-oft-hunderte-euro-ab-94520629.html

Henning, Ulrike: „Küche, Konto, Klima“. nd, 02.10.2026: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1202913.ernaehrungsarmut-kueche-konto-klima.html

Kalarickal, Jasmin: „Billiger kann ich gar nicht leben“. taz, 01.10.2026: https://taz.de/Gipfel-gegen-soziale-Ungleichheit/!6218064/

rbb24 Abendschau, 30.09.2026: https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20260930_1930/Armutsgipfel_berlin.html

Diakonie Deutschland u. a.: Pressemitteilung, 29.09.2026: https://www.diakonie.de/informieren/infothek/2026/september/armutsgipfel-2026-mehr-mitreden-mehr-demokratie-demokratische-teilhabe-staerken

Wohnungslosen_Stiftung: Statement Manja (YouTube): https://www.youtube.com/watch?v=chwIXfYVqyc

Der Paritätische Gesamtverband: Paritätischer Armutsbericht 2026: https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/paritaetischer-armutsbericht-2026-soziale-spaltung-verschaerft-sich-133-millionen-menschen-leben-in-armut/

Deutscher Bundestag, hib: „Haushalt 2027: Weniger Ausgaben für Bildung und Familie“, 19.08.2026: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1205456

Stuttgarter Zeitung: „Kürzungen beim Wohngeld: So ist der aktuelle Stand“: https://www.stuttgarter-zeitung.de/wirtschaft/kuerzungen-beim-wohngeld-so-ist-der-aktuelle-stand-79509154.html

ad-hoc-news: „Unterhaltsvorschuss: Altersgrenze sinkt auf 16 Jahre, 100.000 betroffen“, 15.09.2026: https://www.ad-hoc-news.de/wirtschaft/unterhaltsvorschuss-altersgrenze-sinkt-auf-16-jahre-100-000-betroffen/70106265

Hausstein, Lutz: „Was der Mensch braucht 2026. Empirische Analyse zur Höhe einer sozialen Mindestsicherung auf der Basis regionalstatistischer Daten“, Stand September 2026: https://www.tacheles-sozialhilfe.de/files/Aktuelles/2026/Was%20der%20Mensch%20braucht%202026.pdf

Kongress Armut und Gesundheit (@kongress-aug.bsky.social): Beitrag zum Gipfel gegen Ungleichheit. Bluesky, 01.10.2026: https://bsky.app/profile/kongress-aug.bsky.social/post/3mwsf7h72d227

Diakonie Deutschland (Text: Isabelle Schunck): „Gipfel gegen Ungleichheit“. LinkedIn, [Datum und Link nachtragen]

Rock, Joachim: „Ein Gipfeltreffen der besonderen Art liegt hinter uns“. LinkedIn, 02.10.2026: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:ugcPost:7511859097491935232/

Herklotz, Tanja: Beitrag zur Kunstinstallation „Im Weg zum Recht“. LinkedIn, 01.10.2026: https://www.linkedin.com/posts/tanja-herklotz-bb5a93170_welchen-h%C3%BCrden-sehen-sich-armutsbetroffene-share-7511380453635952640-1k0s/

FAO School Food Global Hub: Sweden: https://www.fao.org/platforms/school-food/around-the-world/europe-and-central-asia/sweden/en

Lundborg, Petter / Rooth, Dan-Olof: „The Swedish school lunch reform: Nutrition and lifetime income“. VoxEU/CEPR: https://cepr.org/voxeu/columns/swedish-school-lunch-reform-nutrition-and-lifetime-income

Kipping, Katja: „Bühne frei für Geschichten, die das Leben mit Armut schreibt“. Magazin des Paritätischen 03/2026: https://www.der-paritaetische.de/magazin/ausgabe-03-2026-armut-bekaempfen/buehne-frei-fuer-geschichten-die-das-leben-mit-armut-schreibt/

KNA: „Verbände fordern soziale Sicherheit auch für arme Menschen“. domradio.de, 01.10.2026: https://www.domradio.de/artikel/verbaende-fordern-soziale-sicherheit-auch-fuer-arme-menschen

Dreier, Jan: „Wieso die neue Grundsicherung das Menschenrecht auf Nahrung verletzt“. Tagesspiegel Background Agrar & Ernährung: https://background.tagesspiegel.de/agrar-und-ernaehrung/briefing/wieso-die-neue-grundsicherung-das-menschenrecht-auf-nahrung-verletzt

Horenburg, André / Franke, Johannes (Rechtsanwälte Günther): Gutachten „Ist die Höhe des Bürgergeldes mit dem Recht auf angemessene Ernährung nach Art. 11 Abs. 1 des UN-Sozialpakts vereinbar?“, im Auftrag der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, 30.11.2023

Programm #TMA26 / Gipfel gegen Ungleichheit (Stand 28.09.2026)

 

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Wer seine Rechte kennt, kann sie durchsetzen. Der Leitfaden SGB II / SGB XII von Harald Thomé gilt laut Beck-Verlag als „Standardwerk“ – als einziger umfassender Ratgeber für beide Rechtsgebiete unverzichtbar für Beratung und als Nachschlagewerk.

Die 33. Auflage erscheint im Juli 2026 und erklärt topaktuell alle Auswirkungen der Änderungen ab 1. Juli – vom Bürgergeld zum Grundsicherungsgeld. Wer in der Sozialberatung arbeitet, mit Betroffenen zu tun hat oder einfach wissen will welche Rechte noch bestehen: Dieses Buch gehört ins Regal.

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